Kunst im Camp

Kulturhaus Pusdorf e. V.

Bündnispartner:

Oberschule Roter Sand
DRK - Freizeittreff Pusdorf/ Jugendfreizeitheim Rablinghausen

Schwerpunkt: Bildende Kunst | Literatur
Altersgruppe: 12-14 Jahre
Durchführungsort: Bremen

Laufzeit:

10.02.2014 - 31.10.2014

Eine gemeinsame Ausstellung mit Rundgängen für die Besucher/-innen entsteht

Im Sommer 2014 verbrachten Kinder und Jugendliche zwischen zehn und vierzehn Jahren fünf einmalige und sehr kreative Tage und Nächte in einem temporären Camp am Pusdorfer Strand im Stadtteil Woltmershausen. Die Idee dazu war schon ein Jahr vorher entstanden. Von vorneherein stand fest, dass die kreative Arbeit im Mittelpunkt stehen und das tägliche Miteinander von allen zusammen verantwortlich organisiert werden sollte. Künstler(innen) und Kunstpädagog(inn)en unterschiedlicher künstlerischer Sparten waren eingeladen, kreativ und gleichzeitig zielorientiert mit den Jugendlichen zu arbeiten. Schnell war klar, dass das Projekt zwei Phasen benötigt. In der ersten Phase arbeiteten die Künstler(innen) mit interessierten Jugendlichen im Rahmen von Kursen, Workshops und Arbeitsgemeinschaften vorbereitend zu der jeweils geplanten Kunstwerkstatt im Camp. In der Werkstatt „Mobile Gärten“ beispielsweise pflanzte eine Gruppe von Jungen, die schon vorher regelmäßig den Kooperationspartner Freizeitheim besuchte, zusammen mit einer Umweltpädagogin Kräuter und Gemüse an, dessen Ernte die Verpflegung im Camp bereicherte. Die Schreibwerkstatt entwickelte das Layout für die Camp-Zeitung „Der Lügenbaron“, und die Graffiti-AG unserer Bündnispartnerin, der Oberschule Roter Sand, erfand zahlreiche Schablonen zum Besprühen der Papphocker, die später im Camp als Mobiliar dienten. Die Arbeit der Jugendlichen in Erwartung auf das Camp war sehr inspirierend, und die Vorfreude, die Ergebnisse im Sommer im Camp weiter zu entwickeln und dort mit anderen Jugendlichen zu teilen, war groß. Es sprach sich herum, dass etwas Tolles für und mit den Kindern in Pusdorf geplant ist, viele wollten dabei sein und nutzten die Chance auf anregende Ferientage.

Ein Bad in der Weser, Lagerfeuer und dazwischen Kunst

Dann war es endlich soweit: Phase zwei begann und damit eine Woche voller Kreativität, Sonnenschein und Abenteuer. Am Pusdorfer Sandstrand, direkt an der Weser, sollte das Camp entstehen. Hier bauten mit großem Aufwand zahlreiche Helfer(innen) ein Küchenzelt, Werkstattzelte, Pavillons und eine Jurte auf; mobile Toiletten, Materialcontainer und ein Bauwagen wurden angeliefert und aufgestellt. Die Freiwillige Feuerwehr Seehausen befüllte zwei Wassertanks mit Trinkwasser, und das Wasserschifffahrtsamt stellte einen Stromanschluss zur Verfügung. 20 Kinder und Jugendliche bauten ihre Zelte auf und richteten sich ein. Die Künstler(innen) bestückten ihre Werkstätten mit Materialien, während die pädagogischen Teamer(innen) sich bereits mit den Kindern und Jugendlichen anfreundeten. Außer den festen Teilnehmenden im Camp gab es noch jede Menge Besucherkinder, die täglich ins Camp kamen, so dass insgesamt rund 50 Teilnehmende die Chance hatten, in den Werkstätten mitzuarbeiten. Jeder Tag begann mit einem Bad in der Weser und dem anschließenden Frühstück, konzentrierte sich dann auf die künstlerische Arbeit in den Werkstätten und endete mit einem Lagerfeuer, bei dem aktuelle Hits gesungen wurden. Die Jugendlichen bauten Unterstände und eine Sitzschlange aus Lehm und Naturmaterialien in der Werkstatt Fliegende Bauten, stellten Schilder für das Camp her, brachten die Camp-Zeitung heraus, bauten Instrumente und machten Musik, entwickelten ein eigenes Tanzstück, legten eine Kräuterspirale für die Camp-Küche an, druckten mit Weserwasser, gestalteten Hocker mit Graffiti und stellten Selbstportraits aus Beton her. Es wurden Freundschaften geschmiedet und so manch eine oder einer entdeckte verborgene Talente.

Ehrenamtliches Engagement und begeistertes Publikum

Zahlreiche Stadtteilbewohner(innen) unterstützten das Camp, indem sie vor Ort kochten, notwendiges Material borgten oder beim Materialtransport halfen – alle waren sehr dankbar für das große ehrenamtliche Engagement. Der letzte Camp-Abend stand unter dem Motto: „Zeigen und Feiern im Camp“. Es kamen Eltern und weitere Verwandte, Freundinnen und Freunde sowie einfach Neugierige und bestaunten die Ergebnisse, die als Lesung, Ausstellung, Musik- und Tanzvorführung von den Jugendlichen präsentiert wurden. Nach diesen wunderbaren Sommertagen war einiges klar: Niemand wollte wirklich nach Hause, niemand vermisste ein Handy, Möhren schmecken im Camp besser als zuhause und im nächsten Jahr sind alle wieder dabei, denn auf Mallorca kann es nicht schöner sein!

Text: Andrea Stücke

 

Kontakt:

Kulturhaus Pusdorf e. V.
Ute Steineke
Woltmershauser Straße 444
28197 Bremen
0421 544606
wo@kulturhaus-pusdorf.de
www.kulturhaus-pusdorf.de


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