KattenTürme

QUARTIER gGmbH

Bündnispartner:

QUARTIER gGmbH
Allgemeine Berufsschule - Theodor Billrothstr.
Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland e.V.

Schwerpunkt: Bildende Kunst | Literatur
Altersgruppe: 15-18 Jahre
Durchführungsort: Bremen

Laufzeit:

01.01.2014-31.12.2014

Der Bremer Stadtteil Obervieland ist künstlich zusammengesetzt aus alten Dörfern (Arsten und Habenhausen) und zwei Neubaustadtteilen (Kattenturm und Kattenesch). Heute ist der Stadtteil vielgestaltig: dörfliche Strukturen, Einfamilienhäuser und mehrgeschossige Neubausiedlungen mit hohem Migrationsanteil. Die Identität als ein Stadtteil ist für viele Obervieländer kaum zu greifen. Gibt es eine gemeinsame Identität – oder muss sie vielleicht erst entstehen? Als ein Ansatzpunkt für die Auseinandersetzung mit dieser Frage, insbesondere im Rahmen eines Jugendprojekts, erschienen die Kattentürme sehr gut geeignet. Der Kattenturm war ein Festungsturm, umgeben von Bauernhöfen und Feldern. Im Mittelalter schützten die Verteidigungstürme (Chatten) die Stadt vor raublustigen Fürsten aus benachbarten Grafschaften und Bistümern.

Für das Projekt „KattenTürme“ hat die Quartier gGmbH nach engagierten und kompetenten Bündnispartnern im Stadtteil gesucht und sie gefunden: das Bürgerhaus Obervieland, die Allgemeine Berufsschule/Standort Theodor-Billroth-Straße, das Gymnasium Obervieland und die Oberschule Habenhausen. Die Beteiligten können im Bündnis gut gemeinsam auf die unterschiedlichen Anforderungen und die vielfältige Teilnehmerstruktur reagieren. Die Koordination der Angebote wird von der Quartier gGmbH als Eigenleistung übernommen, sodass die Gelder aus dem Programm vollständig für die Werkstätten und Angebote eingesetzt werden können.

Die Kooperationspartner im Kulturbündnis Obervieland entwickeln ein künstlerisches Kompetenzzentrum. Der Kerngedanke des Projekts ist es, mit Kindern und Jugendlichen ein gemeinsames Identifikationssymbol für die unterschiedlichen Ortsteile mit ihren unterschiedlichen Vorgeschichten zu finden und zu gestalten. Dabei nehmen sie auch Bezug auf bereits in früheren Kunstprojekten entstandene Turmobjekte, die im Stadtteil stehen und von der Bevölkerung als Identifikationsmomente erlebt werden. „Die Kinder und Jugendlichen begegnen den Situationen im Stadtteil unvoreingenommen und können die Orte durch die Großplastiken neu definieren. Sie nehmen ihren Stadtteil in Besitz und schaffen es, durch die gestalterischen Aktionen ihre Themen in die Öffentlichkeit zu tragen“, so Marcel Pouplier, Geschäftsführer der Quartier gGmbH. Nicht durch Teilhabe oder Partizipation, sondern Aneignung und durch Gestaltung nehmen die Kinder und Jugendlichen in Besitz, was ihnen ohnehin gehört. Sie sind die kommende Generation, die lernen muss, mit den Dingen umzugehen, und die nicht in vorgefundenen, fremd gestalteten und anonymen Umgebungen leben will. Die Kinder und Jugendlichen bringen ihre eigenen Stärken und Talente und ihre eigene Kultur in die Produktion ein. In Neubaustadtteilen gibt es genauso viele Talente und Begabungen wie in jedem anderen Stadtteil. Das künstlerische Kompetenzzentrum will diese Talente sichtbar machen und bietet neben der Werkstatt „Skulptur“, in der die Großplastiken entstehen, auch andere Medien an: Tanz und Choreografie, Bildkunst/Siebdruck sowie Mode/Design, die allesamt von professionellen KünstlerInnen geleitet werden.

Im Projekt „KattenTürme“ machen sich die Kinder und Jugendlichen neben der geschichtlichen Auseinandersetzung mit neuen Kunstformen vertraut und bekommen einen Einblick in die verschiedenen Berufsfelder der Kreativwirtschaft. Die KünstlerInnen sind Partner und inspirierende Persönlichkeiten, die für die Kinder und Jugendlichen neuartige Zukunftsoptionen aufzeigen können. Uwe Martin, Leiter des Projekts, formuliert seine Begeisterung: „Es ist immer wieder wunderbar zu sehen, wie Kinder und Jugendliche mit einem Klumpen Ton vor sich auf dem Brett in eine andere Welt verschwinden. Plötzlich sind sie weg. Man schaut ihnen in die Augen und spürt die Weite, die sich offenbart, oder das Erdloch, in dem Alice verschwunden ist …“

Text: Uwe Martin

Kontakt:

QUARTIER gGmbH
Uwe Martin
Breitenweg 41
28195 Bremen
04212223624
u.martin@quartier-bremen.de